Jugendhaus

Start
2013 
Typologie
neubauen 
Ort
Biberach 
Größe
< 10.000 m² 
Status 
2017, Fertigstellung
Programm 
versammeln 
Bauherr
Stadt Biberach 
Leistungen
Leistungsphasen 1-4 

Für die Biberacher Jugend wollen wir einen speziellen Ort schaffen:

einen Ort des Miteinanders (unter Seinesgleichen)

einen Ort der Distanz (von der Erwachsenenwelt, der Schule, der Kinderwelt)

einen Ort der Entspannung zum Chillen

einen Ort der Anregung, um Neues auszuprobieren und Leidenschaften zu frönen.

Diesem Wollen haben wir unter dem Arbeitstitel U-polis (Jugend-Stadt) architektonische Entsprechung gesucht.

Der Ort _ Ein Baugrundstück wird uns zur Verfügung gestellt, mit begrenzter Fläche, mit Lärm, in einer heterogenen Nachbarschaft und Bahngleisen, die Reiz und Gefahr bergen.

Unter Beachtung der Raumvorgaben, deren Größen und unter Einhaltung des vorgegebenen Kostenrahmens suchen wir nach einem Maximum an Raum für die Jugend im Drinnen und Draußen.

Dafür nehmen wir das Grundstück unter Einhaltung der Grenzabstände in seiner Gänze für die Aufgabe in Anspruch. Schwellenlos und barrierefrei sind selbstverständliche Parameter. Wir nutzen die Fläche an der Kurve fürs Ankommen. Die umarmende räumliche Geste der grünen Treppe und der Wall of Fame empfängt, schützt und bildet die Aktionsfläche im Draußen ab. Der Übergang vom Außen ins Innere, vom Öffentlichen ins Private.

Das Programm_ Wir freuen uns an Räumen, die die Verbindung Körper, Herz und Verstand fordern, wie die Werkstatt, die Küche, die DJ-Box, die drei Räume des Multifunktionsraumes MFR, die Wall of Fame, der Innenhof, das Café, etc..

Die Räume des U-polis sind keine neutralen Räume. Sie werden stimmungsvoll mit eigenem architektonischem Ausdruck formuliert und bieten hohe Aufenthaltsqualität.

Das Foyer transparent und doch geborgen. Im Bereich der Bank die Decke niedriger, im Bereich des Bewegungsraumes dreidimensional verjüngend in Richtung Café (saugende Wirkung). Durch die drei Zugänge in den MFR entfallen jegliche Flure im Foyer wie auch im MFR.

Das Café, von zwei Seiten Ost-West belichtet, findet seine räumliche Fortsetzung über die Bar und die Ausgänge in den Innenhof.

In Längsrichtung wiederum lässt sich das Café über den MFR zum großen Jugendraum vergrößern in 40, 50 und 60qm Schritten (von den geforderten 120qm auf 270qm). Dieser Vorgang wird begleitet von einer räumlichen Dynamik, der sich vergrößernden Zahnung der Ostfassade mit nischenartiger fortlaufender Sitzbank, der anwachsenden Raumbreite und der von 3m auf 5m ansteigenden Raumhöhe des MFRs.

Rückzugsorte für die Jugendlichen finden sich in den „Chillecken“ auf Sofas oder in Kokons und der Kaminlounge des Cafés, auf der langen Bank im Foyer sowie in der „space-igen Fleezhöhle“. Sie liegt ganz oben, zwei Geschosse höher, und wird erreicht über die Treppe, den Aufzug oder den Dachgarten. Hier kann auf ca. 40 zusätzlichen qm gestuften Holzdecks gechillt, abgehangen, Musik gehört oder einfach nur abgeschaltet werden, sommers wie winters.

Specials

- Die Dachlandschaft wird als begehbare Grünfläche mit Holzdecks zum Abhängen und Chillen vorgeschlagen.

- Der Werkstatt ist ein eigener Werkhof angegliedert, mit PKW andienbar, in dem Lärm- und Staubentwicklung niemanden stören

- Der Multifunktionsraum bietet einen Zugang zum Backstagebereich, mit PKW andienbar.

- Die Zugänglichkeit zu den Verwaltungsräumen von JugendAktiv kann unabhängig vom Betrieb der Jugendräume erfolgen.

- Die Technik wird im 2.Obergeschoss vorgeschlagen, um den Entwurf wirtschaftlich darzustellen. Aufwendige Wasserhaltungsmaßnahmen für das Grundwasser bei alternativen Realisierung eines Untergeschosses werden so vermieden. Die Lüftungsanlage kann mit kurzen Leitungslängen realisiert werden.

- Die flexible und zukunftsorientierte Grundrisskonzeption macht eine Nutzung der Räume über den Bedarf der Jugend hinaus, sei es für andere Gruppierungen wie die von Senioren oder Kinder in der vorgeschlagenen Form ebenso denkbar.

Signet _ Das U-polis von Innen her gedacht wird ein Ort der Identifikation seiner Nutzer. Der Welt im Draußen (symbolisiert durch die vorbeifahrenden Züge, schallschutztechnisch getrennt) kann die Jugend von Biberach Zeichen setzen …“ here we are“ …

Im Zeitalter des „iconic turn“, dem Wechsel zum Bildhaften, ist uns der individuelle Ausdruck des Anders Sein von Bedeutung. Er findet Niederschlag in den Bäumen, die hier auf dem Dach gepflanzt sind, in der aufsteigenden, aufbäumenden Silhouette des Baukörpers und in der mit grafischen Elementen der Jugendlichen gestalteten Fassade. Die Materialisierung des Hauptbaues sowie dessen Farbgebung würden wir gerne mit den Jugendlichen selbst abstimmen. Indem wir in Rücksprache mit der Stadt verschiedene Vorschläge unterbreiten.

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