Werkraumgebäude Dollinger Realschule

Start
2002 
Typologie
neubauen 
Ort
Biberach 
Größe
409 m² Nutzfläche 
Status 
2004, Fertigstellung
Programm 
lehren 
Bauherr
Stadt Biberach 
Leistungen
Leistungsphasen 1-9 

Festlegen, heißt Orte schaffen 

Die Aufgabe - An einem komplexen Ort, mitten in Biberach, in einem Schulhinterhof, der dem Abstellen von Autos dient, in direkter Nachbarschaft zum Werkstofflabor der Hochschule und an zwei Seiten benachbart durch Siedlungshäuser, war ein kleines Schulgebäude zu entwickeln, das städtebaulich ordnet, 4 Werkräume und die dazugehörigen Nebenräume aufnimmt, und mit weiteren 6 Klassenzimmer nachträglich ergänzbar ist.

Raumerleben - Zwei Rundungen außen sind es, die einen heranführen. Der Eingang, eng und nieder, mündet in einer Halle, die erst durch diese vorangegangene Enge weit und hell erscheint. Die Halle ohne das gewohnte Fenster, klärt den Zustand des Drinnen. Kleine Augen in den Türen machen aufmerksam. Dann, im Durchschreiten dieser Türen, wieder Enge, das Dunkel am Boden, und das Finale: Die Werkhalle, hoch und hell, im Werkhof sich fortsetzend, in 3 Abschnitte geteilt und wieder verbunden durch Maschinenräume und dem gemeinsamen Hof. 

Ordnen als wichtiges Prinzip zur Klärung von Sachverhalten - Ordnungen durch Bündelung, Reihung, Rhythmisierung, Schichtung, Begrenzung zeigen sich in der Schrankaufteilung, Lage und Ausrichtung der Leuchten, Führung der sichtbaren Ver- und Entsorgungsleitungen, der Anordnung der Heraklithdecken etc..

Material und Farbe - Farbe bringt Oberfläche, Stoff und Raum in einen engeren und gleichzeitig wechselvolleren Zusammenhang mit dem natürlichen Licht. Das behutsame Spiel von Licht und Farben, die sinnliche Qualität von Baumaterialien, die Proportionen der räumlichen Gliederung und Formen können in ihrer Summe eine bildende Kraft entwickeln.

Der Architekt kann den Unterricht nicht machen, aber er kann ihn herausfordern und stützen.

Die neue Werkhalle der Dollinger Realschule, als Schule in der Schule mit einer übersichtlichen Einheit von ca. 70 Schülern, kann bespielt werden wie ein Atelier, ein Entwicklungslabor oder eine Werkstätte. Aufgabe dieses neuen kleinen Schulhauses ist es, den Kindern und Jugendlichen, Raum und Zeit für die selbstständige, aktive Auseinandersetzung mit der Welt zu eröffnen. 

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